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Kambodscha 37
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Angkor: Die Roluos-Gruppe - Bakong
"Bakong, von König Indravarman
I. im Jahr 881 erbaut, ist der südlichste der drei Tempel. Er ist der erste künstliche
Tempelberg, den ein Khmer-König in der Ebene errichtete.
Die äußere Einfriedung, halb zerstört und vom Dschungel überwachsen, mißt 700 x
900 Meter. Eine zweite Umwallung war von kleinen, reich dekorierten Heiligtümern
umgeben, von denen wenig erhalten blieb. Über den 60 m breiten Graben zwischen
zwei Lateritwällen, die die innere Anlage umgeben, führen zwei Zugänge zwischen
kaum noch erkennbaren rcaga-Balustraden hindurch. Das Zentrum nimmt eine
quadratische, fünfstöckige Tempelpyramide ein, mit Seitenlängen von 60 m an der
Basis, die sich nach oben gleichmäßig verjüngen und einem prasat, Tempelturm auf
der obersten Terrasse. Sie ist die Nachbildung des Berges meru der indischen
Mythologie,
Mittelpunkt des Universums, auf dem die 33 Götter thronen.
Die fünf Terrassen mit der Erdoberfläche, auf der sie stehen, und dem
Turmheiligtum, das sie krönt, ergeben sieben Ebenen, die auch der Götterberg
meru besaß. Der Tempelberg wurde vermutlich aus Laterit aufgeschüttet. Er ist
mit riesigen Sandsteinplatten verkleidet. Die Ecken jeder Plattform zieren
monolithische Elefanten.
Auf der obersten Plattform steht heute eine kleine, verfallene Pagode aus
neuerer Zeit. Die Gebäude zu Füßen der Treppenaufgänge blieben nur an der
Westseite teilweise erhalten. Am Fuß der Pyramide standen auf hohen Unterbauten
acht Türme, die zu den schönsten Werken der Khmer-Architektur gezählt werden
dürfen, aber nun unter Steinen fast begraben sind. Auch die Galerien neben den
Eingangspavillons sind zerstört.
Die freistehende Rundplastik ist erreicht. In einem Nebenheiligtum ist eine
Gruppe, der Hindu-Gott Indra und seine beiden Gemahlinnen, dargestellt.
Auf glatten Sandsteinflächen werden nicht nur Figuren nebeneinander stehend
gezeigt, es erscheint erstmals das Basrelief mit fortlaufenden Szenen. Auf der
fünften Stufe blieben Paneele mit Szenen aus der Mythologie erhalten. Das
Baudekor, die Türstürze und Säulen, Paneele und Scheinportale am Bakong sind die
schönsten der Epoche.
Im Tempelareal befindet sich ein neueres buddhistisches Kloster....."
Quelle: Nelles Guides
Kambodscha-Laos 1994 S. 114-115
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